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Abschied von Afrika – ein hartes Stueck Arbeit!
Es war uns schon vorher klar, dass das Verlassen von Afrika anstrengend wird. Aber mit so viel Stress hatte ich doch nicht gerechnet. Allein die Fahrt zum Flughafen und die Planung dahin war schon ein Stresslevel. So sassen wir abends um halb 10 am Flughafen, das Einchecken ging, laut Royal Air Maroc, bei denen ich einen Tag vorher nochmal angerufen hatte, um den Flug zu bestaetigen und auch nochmal wegen den Hunden bescheid zu geben, um 11 los. Wir sassen also ein Weilchen draussen vor dem Flughafen, da war auch etwas Gras fuer die Hunde, aber es war ziemlich kalt, also etwas ungemuetlich. Um halb 1 (!!) ging das Einchecken los, die Hunde mussten in die Kaefige bevor wir das Flughafengebaeude betreten durften. Wir hatten das einige Male geuebt und die beiden fuer einige Zeit in die Kaefige gesperrt. Sie kannten das also, fanden das aber natuerlich nicht super. Die Hunde muessten dann jetzt auch aufgegeben werden, meinte sie. Weiter abseits, da geht das extra Gepaeck durch. Natuerlich haben wir gefragt ob wir da nich irgendwie weiter mitgehen koennten oder nach den Kontrollen wieder zu den Kaefigen koennten, aber das war natuerlich voellig absurd. Es war ein furchtbarer Abschied, als die dann auf dem Rampe durch einen Plastikvorhang geschoben wurden, natuerlich haben sie noch gejault. Und dann kam gleich eine Frau aus einem Buero mit einem dermassen unfreundlichen Gesicht, dass uns gleich wieder Angst und Bange wurde. Ob wir denn auch alle noetigen Papiere haetten, um die Hunde aus dem Land zu bringen. Wir haben die Impfpaesse, mit deren Namen, Geburtsdaten und unsere Namen als Eigentuemer, mehr nicht. Natuerlich ist das auch ausreichend, denn dort hat niemand irgendwelche Papiere fuer die Tiere, aber darum geht’s ja nicht. So hatten wir wieder eine Diskussion, die wir im Endeffekt hinbekommen haben, aber die Situation liess den Puls mal wieder rasen. Irgendwann waren die Hunde (jaulend) durch den Plastikvorhang verschwunden, wir waren voellig fertig, sind durch die Kontrollen und haben nur noch auf den Abflug gewartet. Wir hatten gehofft, dass damit der organisatorische Stress vorbei waere und wir “nur noch” auf die Ankunft in Casablanca warten muessten. Aber einen kleinen Panikanflug bekamen wir noch: Als wir im Flieger sassen, wurden wir per Lautsprecher vom Piloten begruesst:” Herzlich willkommen an Bord zum Flug nach Cotonou, Benin!” Dass unser Flug nach Casablanca ueber Benin ging, wurde von niemandem erwaehnt und stand auch nirgends angeschlagen, auch nicht im Ticket. Und dort wurde auch noch die Crew gewechselt. Stress pur, denn so kamen eine Landung und ein erneuter Abflug fuer die Hunde dazu, total laut, Tueren auf und zu, Gepaeck aus- und einpacken, Leute etc. Und natuerlich fuer uns kam dazu: Hoffentlich werden die Hunde nicht entladen und hoffentlich weiss die neue Crew, dass Hunde an Bord sind und dementsprechend Temperatur und Drucke geregelt werden. Waehrend des kurzen Stops haben wir also versucht, mit dem neuen Personal zu sprechen, aber wir bekamen entweder “Dafuer bin ich nicht zustaendig!” zu hoeren oder wir wurden ausgelacht, “wir bringen eure Hunde schon nicht um, relax.” Die Kontrollen waren ueberhaupt kein Problem, ruckzuck durch die Immigration, dort habe wir unser Visum eingestempelt bekommen und waren 10 Minuten nach der Landung am Gepackband (die Kaefige hatten wir bereits beim Aussteigen gesehen, wir wussten also, dass die Hunde zumindest nicht in Benin ausgeladen wurden. Aber wir konnten aus der Entfernung keine Bewegung erkennen…) und im selben Moment wurden die beiden von mehreren Typen ganz ganz vorsichtig in die Wartehalle gebracht- und beide standen in ihren Kaefigen! Wir waren natuerlich super erleichtert. Die beiden waren ganz schoen fertig, waren etwas verstoert, hatten in die Kaefige gemacht und so. Wir haben draussen vor dem Flughafen erstmal ne ordentliche Pause eingelegt, da war auch Rasen und da haben wire in Weilchen entspannt bevor wir mit dem Taxi in ein super Hotel gefahren sind, das auch Hunde erlaubt (ist ja dort gar nicht so einfach, sobald der Standard steigt, gibt’s natuerlich da gleich mehr Probleme). Wir haben den Tag (waren mittags im Hotel) mehr oder weniger verschlafen, wir waren alle dermassen kaputt, dass wir nur kurz mit den Hunden draussen waren und dann haben wir uns in das klimatisierte Zimmer und das riesengrosse superweiche Bett geworfen und stundenlang geschlafen. Die ganze Anspannung ist abgefallen und fuer ein paar Stunden waren wir super entspannt. Am naechsten Morgen sind wir um 9 wieder zum Flughafen zurueck, hatten zuvor ein koestliches Fruehstuecksbuffet und waren deutlich ruhiger als vor dem ersten FLug. Wir hatten einfach ein besseres Gefuehl von Marokko und haben ja auch gesehen, dass die Hunde einen Flug ueberstehen koennen. Unser Flieger ging von einem separaten kleineren Terminal ab, das war toll, denn so war es super uebersichtlich und wir hatten nicht so Angst, dass die Hunde in einem anderen Flieger landen koennten. Die Leute beim Einchecken waren total nett und freundlich, Luke und Lara mussten noch nicht in die Kaefige, nur mal kurz zum Wiegen, alles war recht ruhig und leise, wir haben die Hunde eingecheckt bzw. alles Erforderliche erledigt (natuerlich mussten wir nochmal was bezahlen und auch die Gepaeckangabe war falsch. 2x23kg anstatt 2x32 pro Person. Aber wir hatten ja nicht mehr viel, da wir alles weggegeben hatten und wir jeder um die 27kg hatten; das haben die dann durchgehen lassen und wir brauchten nichts umpacken) und danach haben wir bis kurz vor Abflug mit den Hunden draussen gesessen. Das war so viel entspannter. Ein bisschen emotional war das dann ja trotzdem die Tiere in die Kaefige zu packen und abzugeben, aber die Leute waren wirklich nett und haben uns ganz genau erklaert wo und wie die beiden untergebracht werden. Eine knappe Stunde vor Abflug war das, wir haben die abgegeben und sind direct durch die Kontrollen und rein in den Bus zum Flugzeug, der da schon stand. Der Flug war ganz schoen lang, knappe 8 Stunden, aber ganz problem-und turbulentlos. Ja, und dann sind wir in Kanada gelandet. Das war vielleicht ein komisches Gefuehl! So lange im voraus hatten wir das geplant und in Gedanken durchgespielt und ploetzlich standen wir auf dem Montreal Flughafen. Total irre! Und wieder haben wir die Kaefige beim Aussteigen gesehen und diesmal auch zumindest einen Hund aufrecht stehend. Auch der Zoll war kein Problem, wir hatten ja die tollen internationalen Impfpaesse und natuerlich auch alle Impfungen, mussten nur ein paar Papiere ausfuellen und natuerlich was zahlen (aber diesmal nur $40, insgesamt, fuer beide. Das haben wir ja gern gemacht.) und dann waren unsere beiden offiziell Kanadische Hunde (naja, jedenfalls sind sie jetzt offiziell hier im Land!)!! Unser Gepaeck war auch da und kurz danach standen wir mitten in der Traube von Menschen die am Abholschalter standen, um ihre Lieben abzuholen (natuerlich stand fuer uns keiner dort) und da haben wir erstmal fuer ein paar Minuten angehalten und laut losgelacht und ein kleines Freudentaenzchen aufgefuehrt – denn ab da war der Stress quasi vorbei. Wir haben es alle 4 lebendig und gesund und munter nach Kanada geschafft, mit allem Gepaeck und allen Papieren. Was fuer eine Reise, Anspannung und dann Erleichterung!! Wir hatten ein Auto vorbestellt, das haben wir abgeholt und dann ging’s zum Campingplatz ausserhalb von Montreal. Jana Wittler - Bielefeld, Germany - Tuesday, September 23, 2008 12:58 PM Mann Mela, so emotional, wie Du das erzählst, sind mir fast die Tränen gekommen. Ich wünsche Euch gaaaanz viel Glück für den (erstmal) Neustart in Kanada!!! Alles Liebe, Jana
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